Seit dem 1. Oktober ist die Ausgrabungsstätte: Sumpfland offen. Was die Horde dort hinführt, steht in keiner Datenbank – Blizzard verschleiert Questtexte und Gegenstandswerte, bis sie jemand im Spiel gesehen hat. Wir haben die Kette gespielt und anschließend den Client-Cache ausgelesen. Das Ergebnis ist eine saubere kleine Geschichte und ein ungelöstes Rätsel.
Die Kette: zwei Quests, eine Agentin
- „Dragonmaw Rumors“ schickt dich ins Sumpfland zu einer Deathstalker-Agentin in den Hügeln über dem Dragonmaw-Lager. Der Aufhänger: Die Dragonmaw beherrschen Bindungsmagie, stark genug, um Drachen dienen zu lassen – und sollen etwas in dieser Richtung vorbereiten.
- „Open the Maw“ schickt dich dann hinein: die Dragonmaw-Streitmacht in der Ausgrabungsstätte töten und mit allem Gefundenen zur Agentin zurückkehren.
- Ihr Auftrag kommt ausdrücklich vom „royal command“ – der Fund soll zwischen ihr und dir bleiben. Die Verlassenen handeln hier also an der eigenen Fraktion vorbei.
- Belohnung von „Open the Maw“ ist neben einem blauen Ausrüstungsteil die Blutige Karte.
Zwei Dokumente aus dem Dungeon
Im Client-Cache liegen zwei lesbare Schriftstücke aus diesem Lauf. Das erste ist der Befehl, den die Dragonmaw bei sich tragen, unterzeichnet von Chieftain Nek'rosh: „Find what the Alliance have dug up.“ Was man finde, werde ein würdiger Tribut an Rend. Damit hängt das neue Dungeon direkt an Rend Blackhand und dem Dragonmaw-Clan.
Das zweite ist die Karte selbst. Sie zeigt laut Beschreibung eine grobe Geländedarstellung mit einem deutlich markierten Punkt, dazu drei Zeilen in zwergischer Schrift: „Mogodun- z kost a-hine / ta golg / gar thon- kha z'ta gor weard-hald“. Der Rest sei zu beschädigt, um noch etwas zu entziffern.
Unbestätigt
Was die Karte technisch ist
- Gegenstand 271745, deutscher Name „Blutige Karte“, weiße Qualität, wird beim Aufheben gebunden.
- Kein Benutzen-Effekt und kein Queststart – technisch ist sie reiner Lesetext.
- Der Seiteneintrag hat kein Folgeseiten-Feld. Die drei Zeilen sind vollständig, es gibt keinen abgeschnittenen zweiten Teil.
- Keine weitere Quest im Cache verweist auf sie. Die Kette endet mit ihr.
- Wowhead führt den Gegenstand als leeren Eintrag ohne Quelle und ohne Kommentare.
Damit ist die Karte genau das, was Blizzard im Interview angekündigt hat: ein Geheimnis, das keine Datenbank vorwegnimmt. Wer das X findet, findet es im Spiel.
Ein verrammeltes Portal im Brachland
Unabhängig davon ist uns in der Zwergengrabung Bael Modan im südlichen Brachland etwas aufgefallen: Bei 47,7 / 86,0 steht der Wirbel eines Instanzportals hinter vernagelten Brettern. In Classic gibt es an dieser Stelle kein Portal. Anklicken lässt es sich nicht, einen Tooltip gibt es nicht, hineingehen kann man nicht.
- Der Cache führt das Objekt „Nailed Plank“ mit Objekttyp 2. Das ist in WoW ein Questgeber-Objekt – die Bretter sind also kein Dekor, sondern eine Interaktion mit angehängter Quest. Die daneben verbauten reinen „Plank“-Objekte haben dagegen Typ 5, generisch.
- Dass kein Tooltip erscheint, passt genau dazu: Ein Questgeber-Objekt hebt sich nur hervor, wenn es gerade eine Quest für dich hat.
- Die Eintrag-ID 417072 liegt weit über dem Classic-Bereich – zum Vergleich: Truhen im selben Cache tragen 2849 und 106318. Das Objekt ist für Forever neu angelegt.
- Im Cache stehen zwei verschiedene „Instance Portal“-Objekte mit neuen IDs, obwohl bisher nur ein neues Dungeon freigeschaltet ist.
Blizzard nennt das neue Dungeon „Excavation Site: Wetlands“ – mit Doppelpunkt. Eine solche Reihenbenennung ergibt nur Sinn, wenn weitere Ausgrabungsstätten folgen. Ein vorbereiteter, questgesperrter Eingang an einer zweiten Zwergengrabung passt dazu. Unsere Einschätzung samt Indizien und Gegenargumenten steht auf der Spekulationsseite.
Wenn du die Karte knackst oder die Bretter aufbekommst: Schreib es uns. Blizzard hat ausdrücklich damit gerechnet, dass die ersten Wochen ein Durcheinander geteilter Funde werden – genau dafür ist diese Seite da.



